Sonntag, 12. April 2015

Ich komm nie mehr, ich bin in Chicago!

...keine Angst wegen der Überschrift, ich wollte bloß kreativ sein und einen Song zitieren. Doch in diesem Eintrag dreht es sich tatsächlich um Chicago! An alle, die immernoch zweifeln: ich werde wieder kommen, in genau 73 Tagen, wie der Robin mir heute erzählt hat. Eiei, so lange ist das ja wirklich nicht mehr :) Kaum zu glauben, dass ich heute auf den Tag seit 8 Monaten schon hier bin.

Um zurück zum Thema zu kommen... Chicago! Etwas größer als Scheiden, flächenmäßig und von der Einwohnerzahl her denke ich auch, wobei ich mir da aber nicht so ganz sicher bin. Vielleicht etwas mehr. Wie dem auch sei, die Stadt im ''Midwest'' war unser Ziel für die Spring Break. Spring Break ist vergleichbar mit unseren Osterferien, obwohl sie bei mir nur eine Woche lang war und die Schule Ostermontag wieder anfing. Freitag in der Woche vor Ostern gab es Ferien, die Koffer waren 
Die Chicago Skyline mit Blick auf den Lake Michigan

schon gepackt. Abends hatte ich noch ein Softballspiel, was auch der Grund war, weshalb ich erst gegen 11 Uhr ins Bett gekommen bin... weniger als 6 Studen Schlaf habe ich aber gerne in Kauf genommen, denn es war ganz klar die Vorfreude, die überwiegt. Auch, wenn das bedeutet, morgens um 5 Uhr aufzustehen und 10 Stunden im Auto zu verbringen. So lange hat es gedauert, bis wir Indianapolis waren, wo wir einen Zwischenstopp bei einer alten Freundin meiner Gastmutter eingelegt haben. Eine Nacht und einen Eimer Chicken Wings später ging die Autofahrt weiter zu einer der größten Städte in den Staaten: Chicago. Dort haben wir insgesamt 3 Tage verbracht, die vollgepackt mit interessanten Dingen waren. Am ersten Tag sind wir zu dem Navy Pier gewandert, wo Kate und ich mit einem Riesenrad gefahren sind und Blick auf die ganze Stadt hatten. Am Navy Pier gibt es
Citydogs Menü
auch das bekannte Chicago Hot Dog zu kaufen, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen haben. Bei City Dogs konnte man Hot Dogs aus den verschiedensten Regionen der USA kaufen. Ich fand die Geschichte von dem Stand ganz niedlich. Die Besitzer, zwei Geschwister, haben spontan beschlossen, einen Roadtrip quer durch die Staaten zu machen. Dabei ist ihnen aufgefallen, dass sich auch die Hot Dogs von Region und Stadt unterscheiden, was sie sich als Idee für ihr Business rausgepickt haben - Citydogs! Danach sind wir ein bisschen am Lake Michigan spazieren gegangen und am Abend zurück zum Hotel. Schönheitsschlaf muss sein, denn ein neuer, vollgepackter Tag stand an. Am zweiten Tag haben wir eine Bus-Tour gemacht,
Lake Michigan, einer der ''5 great lakes''
wodurch es uns möglich war, die ganze Stadt und Geschichte kennenzulernen. Es war sehr kalt und windig. Es wurde schnell klar, woher die Stadt ihren Spitznamen ''the windy city'' her bekommen hat. Nach der Sightseeing Tour haben wir Deep Dish Pizza gegessen, die sehr typisch für Chicago ist. Leider habe ich davon kein Bild gemacht, ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wie ich es beschreiben soll. Quasi eine Mischung aus Pizza und Lasagne? Die Salami, Tomatensauße, Käse und Pilze waren nicht auf der Pizza, sondern schichtweise innendrin. Sehr lecker, obwohl ich sagen muss, dass ich meine Pizza flach und traditionell  lieber mag. Am allerliebsten natürlich aus dem Pizzaofen von dir, Onkel Stompi, wenn du das hier lesen solltest :)
Am letzten Tag sind wir zu dem Millenium Park gegangen, wo auch ''die große Bohne'', The Bean, steht. Eine Skulptur vom britischen Künstlers Anish Kapoor, die zwischen 2004 und 2006 gebaut wurde. Das Metall ist hochglanzpoliert und eine berühmte Touristenattraktion, verzerrte Selbstportraits sind ein Muss!
The Bean
 
Hier mein Foto, lächeln bitte!


Montag, 16. Februar 2015

10 Dinge, die ich in Amerika vermisse

Hallo ihr Lieben,

heute ist Rosenmontag, 6:30 Uhr - und ich sitze and meinem Laptop im Schlafanzug. Ich hoffe ganz, ganz fest, dass das nie mehr in meinem Leben passieren wird. Ein Jahr ohne Fösend ist irgendwie...traurig. Und weil ich gerade nichts besseres zu tun hab, dacht ich mir, ich erstell mal 'nen neuen Eintrag. Alleh hopp an euch, ich hoffe, ihr habt die Eisenbahnhalle im Griff!

10 Dinge, die ich in Amerika vermisse

1. Fastnacht. Nach meinem Intro erklärt sich das wohl von selbst, ohne Tanz und Feier in die Fastenzeit zu gehen ist nicht sehr freudebringend, wenn man dann noch aus der närrischsten Familie der ganzen Welt kommt, ist das ziemlich doof. Glas Familisch, Glas Familisch, hey hey! In dem Sinne, alleh Hopp! Genießt es, die fünfte Jahreszeit ist eben die Schönste im Jahr :-) Was mich zu meinem zweiten Punkt leidet, nämlich...

2. Die deutsche Art, zu feiern. Die Amerikaner feiern ein bisschen anders als wir. Das fängt bei Geburtstagen an und hört bei Neujahr auf. Damit meine ich nicht, dass die hier nichts trinken. Nicht, dass das zwingend sein muss oder so, aber bei uns ist die Stimmung einfach lockerer. Ich war am Wochenende bei ner Valentinstagparty eingeladen, die um 2 Uhr Mittags anfing. Keine Musik, keine Stimmung. Sowas fehlt mir doch schon sehr, Geburtstage hören hier auch immer so um spätestens 8 Uhr rum auf und ich habe hier für mich entschieden, dass ich an meinem Achtzehnten keinen Filmenachmittag machen möchte.

3. Meine Rolladen!!! Keine Ahnung, wie man das schreibt. Rullüssen. Ich weiß gar nicht, ob das ne amerikanische Sache ist, aber meine Gastfamilie hat so Jalousie-Dinger (wie man das schreibt weiß ich auch nicht; je ne parle pas francais) - und jeden Morgen gegen 7 Uhr lacht mir die Sonne fröhlich ins Gesicht. Oder lacht mich hämisch aus. Wie auch immer, ich mag doch bloß ausschlafen :(

4. Maggi. ''Oh Alina, you don't like eggs?'' fragte mich Kate heute morgen ganz ungläubig. Doch, schon. Aber Rührei ohne Maggi ist einfach eklig. Ich weiß nicht, da hängt der Saarländer raus.

5. Wurst. Gut, hier gibt es zwar Schinken, aber manchmal hab ich eben richtig Lust auf ein Brötchen mit Lyoner 1 oder Fleischkäse. Allgemein Brot mit Butter und Wurst wird hier als eher seltsam angesehen.Würstchen in der gewohnten Globus oder Steuer-Wagner Qualität sind auch selten anzutreffen. Die amerikanischen Würstchen schmecken einfach nicht so gut.

6. Brot. Nummer 6 vermisse ich wirklich sehr. In der Regel wird hier Weißbrot gegessen, aber für ein gutes Stück Roggenbrot würde ich manchmal alles geben. 

7. Sprudelwasser. Ich, der ja felsenfest behauptet von stillem Wasser Schluckauf zu bekommen, muss hier ohne meinen geliebten Sprudel auskommen. Der Devid hat mir zwar mal irgendwas mit Trockeneis (oder sowas in der Art?) erklärt, aber ich seh noch kommen, dass ich dann das Haus meiner Gastfamilie in die Luft sprenge. Virginia Alaaf.

8. Schokolade. Hier gibts zwar Hersheys, allerdings total teuer und mit einem guten Stückchen Milka nicht vergleichbar.

9. Bräuche und Traditionen. Dinge wie Koteletten broden und Weihnachtsmärkte fehlen mir schon. Auch Weihnachten daheim find ich schöner, in Deutschland ist alles weniger kommerzialiert und mehr konservativ, was ich bei einem religiösen Fest wie Weihnachten bevorzuge. Bei uns geht es auch mehr darum, Zeit mit der Familie zu verbringen statt die besten Geschenke zu geben. Viele Leute hier vergessen oftmals den Grund der Feierlichkeiten - oder zumindest kam es mir so vor.

10. Entzückende Persönchen. Namen werde ich an der Stelle keine nennen, da es sonst einfach zu lang werden würde. Aber du, der das hier gerade am lesen bist, kannst dich wahrscheinlich zu diesem Grüppchen dazu zählen. (Hallo auch an alle Fremden, schön, euch kennenzulernen!) Wenn ich eines in meinem Austauschjahr gelernt habe, dann, dass Dinge nur so gut sind wie die Leute, die bei einem sind. Home is where your heart is - und ich hab home im heart. Ich vermiss euch, bleibt, wie ihr seid!


So, das war dann meine persönliche, kleine Liste. Ich werde die Tage hier auch eine über die 10 Sachen erstellen, die ich vermissen werde, wenn ich nach Hause komme. Lasst es euch gut gehen und einen fröhlichen Rosenmontag wünsch ich euch! :-)

Alleh hopp, Scheiden steht kopp!




Sonntag, 8. Februar 2015

Happy birthday to me und Neues aus den Staaten.

Hallo meine lieben Leser,

Wider vieler Erwartungen konnte ich mich dann doch dazu aufraffen, wieder einmal etwas zu schreiben. Januar war ein langer Monat, sodass es natürlich auch viel zu berichten gibt! :-)

Aber bevor ich vom Januar anfange zu berichten, muss ich noch ein letztes Mal zurück ins Jahr 2014 rutschen, denn auch Neujahr habe ich in den USA verbracht.

Land der unbegrenzten Möglichkeiten oder doch eher unbegrenzt Luft nach oben?

Leider muss ich sagen, dass ich von Neujahr und Silvester sehr enttäuscht war. Mein Start ins neue Jahr war sehr spärlich, da Silvester hier so gut wie gar nicht gefeiert wird. Oder zumindest in meiner Gastfamilie, ich weiß nicht, wie das bei anderen aussieht. An Silvester sind Kate, PJ und ich nach Stafford zu Josh und Julia gefahren, um mit ihnen und ihrer Familie das neue Jahr zu feiern. Klingt so weit so gut, aber es war wirklich tote Hose. Die einen saßen im Wohnzimmer zum TV schauen, die anderen im Keller. Manche sind sogar am 31. um circa 9 Uhr ins Bett gegangen. Irgendwie bekam ich aber schon die Zeit rum und um kurz Mitternacht bin ich ganz gespannt zur Haustür gelaufen, woraufhin ich nur ein paar verwirrte Blicke geerntet habe. Als ich meinen Kopf ganz gebannt zur Tür rausgestreckt habe, wurde mir auch sofort klar, weshalb: Kein Feuerwerk, kein Gerede, keine Nachbarn auf der Straße. Nur der Dezemberwind, der mir eiskalt ins Gesicht geblasen hat. Die letzten Sekunden vor Neujahr haben wir im Fernsehen mitverfolgt, wie in New York der Ball fällt... und danach ging es ins Bett. Kein Küsschen links, küsschen rechts, kein Anstoßen - nicht einmal unter den Erwachsenen. Nun verstehe ich auch, weshalb meine Gastmutter mich fragend angeschaut hatte, als ich ihr erklärte, Silvester sei mein Lieblingsfeiertag im ganzen Jahr.

Auch, wenn der Start ins neue Jahr eher spärlich ablief, gibt es gute Neuigkeiten! Ich bin jetzt 17, hohoho. Das war dann auch die gute Botschaft, in weniger als einem Jahr bin ich volljährig, erwachsen, dazu bereit, die Welt zu retten!

Ich hoffe, dass alle, die das hier lesen, wissen, dass ich kein sehr ernst zu nehmendes Persönchen bin. Wenn nicht, wisst ihr es jetzt! Am Tag vor meinem Geburtstag, also am 8.1, war ich bei Emily zu einem ''early birthday dinner'' eingeladen. Dort hab ich einen wirklich schönen Abend verbracht, sogar mit Grompernzupp! Und dabei war das nicht mal abgesprochen :-)

An meinem Geburtstag selbst haben wir eigentlich nichts gemacht, Kate hatte einen Schwimmwettkampf, sodass ich mit ihr gefahren bin, um sie tatkräftig zu unterstützen und anzufeuern. Am Wochenende kamen Josh und Julia vorbei und wir haben Burger gegessen, also alles in allem ein gelungenes Wochenende!

Danke übrigens auch an die Theater AG für die tolle Geburtstagsüberraschung, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich mich gefreut habe. Wir sind abends um 11 Uhr vom Schwimmwettkampf heimgekommen und was seh ich? Ein kleines Paketchen hat seinen Weg zur Haustür gefunden, genau auf den Tag. Ihr seid die beste Truppe ever, ever, ever  - ich hoffe, das ist euch bewusst.

Ansonsten ging es im Januar eher träge vor sich hin, letzte Woche hatten wir wieder Mottotage und eine Spirit Week in der Schule. Grund dazu war unser Basketball Team, das sehr erfolgreich unterwegs ist. Am Montag war ''Murica Monday'', also blau, weiß und rot tragen.
 Dienstag war ''Tacky Tourist Tuesday'', verrückter Tourist. Da hab ich natürlich versucht, alle deutschen Stereotypen zu vertreten, wie man hier auf dem Bild von mir und Emily sehen kann. Weiße Tennissocken, die Sporthose zum Bauchnabel und das verkehrt herum angezogene T-Shirt eingefüllt. Die lila Regenjacke, denn wir deutschen sind ja immer auf den Regen vorbereitet. Mittwochs war Character Day, an dem ich persönlich aber nicht verkleidet zur Schule gegangen bin. Naja, bis auf meine Krümelmonsterschlappen, wobei die aber nicht wirklich alles Verkleidung zählen, oder?
Wie dem auch sei, Grund dafür war, dass am Vortag fast keiner verkleidet kam. Eine handvoll vielleicht, in meiner Matheklasse waren es von allen Leuten genau ich und die Lehrerin. Oder meine Lehrerin und ich, wie Robin mich jetzt verbessern würde. Der wohl leittragendere Grund war allerdings, dass ich einfach nichts habe oder habe zusammenstellen können. Ich meine, in Deutschland wäre ich ganz klar als Wilma gekommen. Oder Cindy aus Marzahn. Oder Antonia aus Tirol. Oder weiß der Geier was, aber die Möglichkeiten hab ich gar nicht. Weils die Hälfte der Leute nicht gibt und ich einfach zu wenig Sachen habe.
Düdüm. Also, weiter in der Woche. Am Donnerstag war ''Role Reversal Thursday'', Lehrer ziehen sich an, wie ihre Schüler und die Schüler ziehen sich an, wie ihre Lehrer. Der Tag war eher einfach, besonders für mich. Da sich meine Volleyballtrainerin und ich uns eh super gut verstehen, haben wir kurzerhand beschlossen, unsere ''Rollen zu tauschen''. Hier denkt sowieso fast jeder, dass wir uns ähnlich sehen und/oder verwandt sind. Was ich zwar nicht so ganz nachvollziehen kann, aber den Umständen entsprechend macht es schon Sinn. Ganz ohne rassistisch klingen zu wollen (!), aber die Kombination weiße Hautfarbe und braune, lockige Haare findet man an meiner Schule eher selten. Freitags war ein ''Blue-Out'', also die ganze Schule hat quasi etwas blaues angezogen. Manche kamen mit blauen Handabdrücken im Gesicht, andere waren simpler (wie ich) und haben einfach ein blaues ''Potomac Shirt'' angezogen. School Spirit wird hier in den Staaten groß geschrieben, jeder ist stolz auf die Schule, die er besucht. Zum Abschluss gab es eine Pep Rally, in der alle Sportarten, so also auch ich mit Indoor Track, vorgestellt wurden. Anschließend haben die Lehrer gegen die Schüler Basketball gespielt - und zu meiner Überraschung gewonnen. Hoch gewonnen. Und so ging die Woche dann zu Ende.... :-)

Gerade jetzt lieg ich in meinem Bett, mit einem warmen Tee und huste mir die Seele aus dem Leib. Ich bin wirklich mies erkältet und das, obwohl wir hier nicht einmal Winterwetter haben. Draußen sind etwa 5-10 Grad, von Schnee ist leider keine Spur. Ich bin offiziell neidisch auf euch dahinten in Deutschland, Schnee und Fastnacht ist, was ich jetzt brauche.

In dem Sinne, haltet euch munter und ein dreifaches Alleh hopp!

Dienstag, 30. Dezember 2014

Have a holly jolly christmas...

...it's the best time of the year!

Da mich schon einige nach der Weihnachtsdekoration hier gefragt haben, lasse ich an dieser Stelle einfach mal die Fotos sprechen, die ich gemacht habe.





Natürlich gibt es auch hier deutlich weniger geschmückte Häuser, aber was Dekoration angeht, kann den Amerikanern wirklich keiner was vormachen. Mein persönlicher Höhepunkt der Weihnachtsvorbereitungen war das Lebkuchenhaus, das meine Gastschwester und ich gebaut haben. Wer mich etwas kennt, weiß ja, dass ich UNHEIMLICHES Geschick habe, sodass es einem kleinen Weltwunder nahe kommt, dass unser Häusschen nicht ein einziges Mal zusammen gefallen ist. An alle da draußen: es gibt noch Hoffnung!


Advent wird hier in den vereinigten Staaten traditionell nicht gefeiert, da ich meine deutsche Kultur aber teilen wollte, habe ich meiner Gastfamilie als Überraschung einen Adventskranz gebunden, was sich schwieriger gestalten ließ als gedacht! Die richtige Tannne zu finden war nämlich gar nicht so einfach, hier wachsen wirklich nur merkwürdige Tannen. Oder unsere sind merkwürdig, wie auch immer. Meine Überraschung ist aber gut angekommen, was mich wirklich gefreut hat. 

An Heiligabend sind wir in die Kirche gegangen, die aber dieses Mal mehr konservativ und traditionell gestaltet war. Etwa so, wie man es bei uns kennt. Danach ging es ins Bett, aber nicht ohne Milch und Kekse für den Weihnachtsmann draußen zu lassen. Der kommt nämlich in der Nacht zwischen Heiligabend und dem ersten Weihnachtstag! Was die Geschenke angeht, bin ich hier fast zugeschüttet worden, ich kann mich gar nicht genug bei meiner Gastfamilie bedanken. Kleider, Schals, ne DVD, Shampoo, Schokolade... Am ersten Weihnachtstag morgens kamen Josh und Julia mit ihren Kindern zum Geschenke auspacken vorbei. Danach hatten wir Brunch und gegen halb 2 Mittags sind alle wieder nach Hause und Weihnachten war mehr oder weniger vorbei. Ich persönlich fand das etwas schade, ich hatte etwas das Gefühl, dass die Geschenke hier mehr im Vordergrund stehen als das gemütliche Zusammensitzen mit der Familie, das ich von daheim gewohnt war. Das ist aber subjektiv empfunden, vielleicht kam mir das Ganze auch einfach nur so vor, ich will niemanden persönlich damit angreifen. Denn auch hier gilt andere Länder, andere Sitten - und das amerikanische Weihnachten war definitiv ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte. :) 



Ich weiß nicht, ob ihr das hier lesen werdet, aber ein ganz herzliches Dankeschön an die Kerbers, Schramms und Müllers für die Weihnachtskarten. Und natürlich auch die Lääädischs für das tolle Paketchen. Ich hab mich riesig darüber gefreut! Abschließend wünsche ich allen meiner Leser und deren Nachbarn, Freunde und Familien einen guten Rutsch ins neue Jahr! Lasst die Kirche im Dorf, wir sehen uns im Juni! :-)





Wreaths across America

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe, ihr habt die Weihnachtsfeiertage alle gut überstanden! Auf Weihnachten und die Weihnachtsvorbereitungen werde ich im nächsten Blogpost eingehen, ich bin fest dazu entschlossen, heute Abend produktiv zu sein. :-)

Wie einige von euch wissen, ist die amerikanische Partnerorganisation von AIFS ja AYA. AYA teilt jedem Austauschschüler einen Local Coordinator zu, der einem bei Problemen zir Seite stehen soll und dann zwischen Schüler und Gastfamilie vermittelt. Daneben gehört es auch zu deren Aufgaben, monatliche Treffen zu organisieren,  um den Austauschschülern aus aller Welt die amerikanische Kultur näher zu bringen.

Für den Monat Dezember ging es für unser Grüppchen in die Landeshauptstadt, Washington DC. Jährlich zur Weihnachtszeit findet am Arlington National Cemetery die "Wreaths across America"-Aktion statt, bei der hunderte Freiwillige (so auch wir!) dabei helfen, Kränze an jedes einzelne Grab zu stellen.

Der Arlington National Cemetery ist nämlich ein besonderer Friedhof, hier liegen nur diejenigen begraben, die ein Teil des amerikanischen Militärs waren. Der Friedhof war wirklich gigantisch, da die Gräber hier auch für immer bleiben. An jedem Kranz hing ein kleines Schildchen mit folgendem Satz: "Today I placed a Wreath on the Grave of an American Hero...."




Sonntag, 21. Dezember 2014

Thanksgiving

Ok, ich mache es jetzt offiziell: jeder darf ab sofort meinen Sinn von Pünktlichkeit in  Frage stellen, aus morgen wurde dann doch fast 2 Wochen später...

Wo soll ich anfangen? Thanksgiving. Die Vorstellung, die wohl die meisten Deutschen haben, wenn sie an diesen Feiertag denken, ist wohl, dass überall die Familien zusammen kommen, schöne Tage verbringen und Truthahn essen. So weit stimmt das auch, aber warum eigentlich? Thanksigiving wird in den vereinigten Staaten immer am vierten Donnerstag im November gefeiert, Schulkinder (zu denen ich mich ja glücklicherweise dazu zählen kann) bekommen mehrere Tage frei, um die Tage mit ihrer Familie verbringen zu können. Übersetzen könnte man Thanksgiving ja als ''Danke geben'', es ist auch eine Art Erntedankfest, aber dennoch so anders von dem, was wir in Deutschland kennen - hier werden nämlich keine Traktoren gesegnet! ;-)

Daneben ist auch der Ursprung etwas verschieden, hier in Amerika haben die Menschen schon vor hunderten Jahren Erntedank gefeiert. Ähnlich wie bei uns bedankten sich die Christen bei Gott für die erfolgreiche Ernte. Thanksgiving reicht allerdings noch etwas tiefer, die Geschichte besagt, dass die amerikansichen Ureinwohner den von Europa kommenden Siedlern geholfen haben, die Felder zu düngen und Mais anzubauen. Sie halfen den Siedlern, die ja aus Europa ein ganz anderes Klima und andere Umstände gewohnt waren, im neuen Land zu Recht zu kommen. Es heißt auch, dass Siedler und Indianer zusammen Erntedank gefeiert haben. Und darum feiern die Amerikaner Thanksgiving - wenn auch ohne Traktorsegnung wie im schönen Scheiden.

An diesem Donnerstag sind also Kate, PJ und ich zu Josh und Julia, um Thanksgiving mit dem großen, verrückten Haufen zu feiern. Für den Truthahn war Julia verantwortlich, die mich auch voll und ganz mit ihren Kochkünsten überzeugen konnte. Traditionellerweise war auch unser Truthahn gefüllt, mit ähm. Ich weiß gar nicht, was das war. Die Amerikaner sage ''Stuffing''. Das waren mehr oder weniger gewürzte Brotkrümel, die das Saft vom Fleisch aufgesaugt haben. Dazu gab es alles mögliche, traditionell sind hierbei auch Süßkartoffeln (sorry Devid), Mais, Kürbiskuchen und Kasserolle. Mein Favorit war, wie sich wohl alle denken können, der Nachtisch. Schokomousse kann dann ja doch nichts übertreffen!




Samstag, 6. Dezember 2014

Fall Sport Awards

Einen wunderschönen guten Tag! :)

Entschuldigung der langen Warterei wegen, die letzten Tage waren sehr vollgepackt - was neben wenig Zeit auch bedeutet, dass ich so einiges zu berichten habe. Der Übersichtlichkeit wegen habe ich beschlossen, die einzelnen Ereignisse in mehrere Beiträge zu packen.

Anfangen werde ich mit den Fall Sport Awards, einer Veranstaltung, die Mitte November statt fand. Alle Sportler, die in der Herbstsaison aktiv involviert waren, wurden abends in das Auditorium meiner Schule eingeladen. Die einzelnen Teams haben zusammen gesessen, was genauso schön
wie traurig war, da jedem bewusst war, dass das wohl das letzte Event von uns als ''Volleyballteam'' sein wird. Mit einer kurzen Rede über die vergangene Saison hat unser Direktor den Abend eröffnet und danach das Wort and unseren Athletic Director weiter gegeben. Mr. Sterns hat dann ein weiteres Mal die Erfolge unserer Schulteams zusammen gefasst und die Scholar Awards wurden vergeben. Schüler, die einen sehr guten Notenschnitt hatten und in einem Varsity Team waren, wurden hierbei geehrt. Anschließend sind der Reihe nach die einzelnen Coaches auf die Bühne gebeten worden, um ihre persönlichen Awards zu vergeben. Für jede Sportart wurden drei Auszeichnungen verliehen, ''Most Improved Player'', ''Most Valuable Player'' und der ''Coaches Award''. Wie ihr seht, habe ich den MIP bekommen, worüber ich mich wirklich sehr gefreut habe. Ich bin wirklich wahnsinnig stolz darauf, Teil meines
Man beachte das Herzchen, das mir meine Trainerin gemalt hat :)
Teams gewesen zu sein und so eine tolle Saison gespielt haben zu dürfen. Nachdem Golfer, Footballer, Cheerleader, Läufer und Volleyballerinnen geehrt worden sind, haben sich die einzelnen Sportarten aufgeteilt und sind in verschiedene Räume aufgebrochen. Für das Volleyballteam ging es in den Klassenraum meiner Trainerin, wo sie dann nochmal zu jedem einzelnen etwas persönliches gesagt hat. Zu mir meinte sie, dass sie traurig sei, dass ich nach diesem Jahr nach Hause müsse und sie mich im Varsity Team sehr vermissen wird. Dann hat sie mich umarmt und mir alles Gute gewünscht - woraufhin jeder ihrem Beispiel gefolgt ist. Bis zu dem Zeitpunkt war mir allerdings noch gar nicht bewusst, dass ich wieder nach Hause kommen werde. Beziehungsweise habe ich mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht, aber es ist schon traurig, wenn ich daran denke, wie sehr ich mein Team vermissen werde!

das war bei der Homecoming-Parade

PS es folgen Einträge zu Thanksgiving, Weihnachtsvorbereitungen, Cookie Exchange und Indoor Track morgen. Ich werde jetzt nämlich eine Schlafmütze sein und mich aufs Ohr legen, gute Nacht euch allen. :)