Donnerstag, 21. Januar 2016

Hallo aus der Heimat!

Hallo meine Lieben,

sicher fragt ihr euch jetzt, weshalb ich ein halbes Jahr nach meiner Wiederankunft noch einen Blogeintrag verfasse. Aber: keine Angst, ich bin immer noch in Deutschland... und habe auch erst einmal nicht vor, die Heimat wieder für eine längere Zeit zu verlassen. Der Grund für meinen Eintrag ist folgender: Ich war und bin absolut überrascht von der positiven Resonanz und Leserzahl meiner Beiträge. Nie im Leben hätte ich davon geträumt, dass auch nur annährend so viele von euch meinen Blog gelesen - und gemocht haben! Wow!

Jetzt habe ich mir gedacht,  dass ich meinen Blog noch ein letztes Mal als Plattform nutze, um allgemein Fragen zu beantworten, die mir seit meiner Rückkehr sehr häufig gestellt wurden.


Hast du dich gut eingelebt?

Das ist eine Frage, die mir besonders am Anfang (aber jetzt immer noch) sehr, sehr häufig gestellt wurde. Ich muss dazu sagen, ich habe auch von vielen ehemaligen Austauschschülern gehört, dass sie anfangs ein bisschen Zeit brauchten, um sich einzuleben und sich wieder an ihr altes Leben zu gewöhnen. Ich glaube, diese Phase habe ich übersprungen. Als ich wieder hier war, hatte ich das Gefühl, nie weg gewesen zu sein. Ich erinnere mich an unsere Flughafen-Geschichte als wäre es gestern gewesen. Am Tag meiner Rückkehr hatte ich auch gar keine Zeit, um ausgelaugt und müde zu sein... Denn es wurde gefeiert, gefeiert und gefeiert. Vom Jet-Lag war deshalb auch keine Spur, weil ich durch die ganze Feierei im Endeffekt 44 Stunden (oder waren es 46? Kerstin, wir hatten das doch ausgerechnet..? :) am Stück wach war. Am nächsten Morgen, da erinner ich mich noch sehr gut dran, war ich auch wie versessen darauf, in die Schule zu meinen herzensguten Theaterleuten zu fahren. Ich weiß noch, wie meine Mama mir den Vogel gezeigt hat und meinte, ich soll ausschlafen - aber ich hab darauf bestanden: Und wurde dort genauso herzlich wilkommen gehießen wie am Tag zuvor von meiner Famile und meinen Freunden.
 Wie wars denn eigentlich?

Das ist wohl die schwierigste Frage, die mir gestellt wurde. Denn sie umfasst keinen Tagestrip, sondern ein ganzes Jahr. Und gerade mein Auslandsjahr war wohl das bisher unberechenbarste und aufregendste Jahr in meinem Leben. Bei all der Aufregung gab es sowohl ''hohe Hochs'' als auch ''tiefe Tiefs'', weswegen ich es auch jetzt immer noch ungemein schwer finde, auf diese Frage eine gerechtfertigte Antwort zu finden. ''Life is a roller coaster, you just gotta ride it'' - wie der Ronan Keating mal gesungen hat, trifft es eigentlich sehr genau. Erst fährt ganz langsam immer höher und höher nach oben, bei jedem Meter werden die  Beine zittriger, man hat ein ganz seltsames Gefühl im Bauch und will bloß nicht nach unten schauen - dann kippt man und stürzt sich kopfüber nach unten, Adrenalin pocht im ganzen Körper. Es geht auf und ab und wenn die Achterbahnfahrt vorbei ist, war es doch einfach nur der absolute Wahnsinn und man würde am liebsten nochmal drauf!
Bist du froh, dass du wieder daheim bist?

Ja, ja, ja! Natürlich bin ich froh, wieder daheim zu sein und Zeit mit meiner Famile und meinen Freunden verbringen zu können. Nur, weil man mal ein Jahr lang weg wahr, heißt das noch lange nicht, dass man mal eben so alles vergisst, was vorher war. 

 Vermisst du Amerika eigentlich?

Absolut! Genauso froh wie ich bin, wieder daheim zu sein, vermisse ich mein ''altes neues Leben'' und die insbesondere die Freundschaften, die ich schließen konnte. Amerika ist genauso liebenswert wie Deutschland und die Dinge, die ich vermisse sind meist sehr banale Kleinigkeiten... wie zum Beispiel Komplimente. Klar, die gibts hier in Deutschland auch, aber in Amerika war es nicht ''merkwürdig'', wenn dir in der Schule auf dem Gang jemand, den du eigentlich nicht wirklich kennst ''Hey, I like your pants!'' oder ''You got really pretty eyes'' sagt. Allgemein die amerikanische Offenheit, wir Deutsche sind da eher reserviert.


Wie sah das mit Heimweh aus? Hast du Tipps gegen Heimweh?

Da gab es Tage, an denen ich mehr - und es gab Tage, an denen ich weniger Heimweh hatte. Am Anfang war alles neu und interessant, doch irgendwann kehrt auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten der Alltag ein. Da fragt man sich schon mal, was machen die wohl gerade in Deutschland oder denkt sich, wie gerne würde ich jetzt mit denen zum Albi ein Spaghetti-Eis essen gehen, aber auch diese Phase geht vorbei. Was mir dabei geholfen hatte, war ein ''vollgepackter'' Alltag; durch Sport und Verabredungen mit meinen amerikanischen Freunden hatte ich teils gar keine Zeit, Heimweh zu haben. Gegen Mitte-Ende meines Jahres war ich auch so sehr integriert, dass mir immer mehr bewusst wurde, dass ich mein amerikanisches Leben, das ich mir sehr mühsam aufgebaut habe, bald verlassen muss. Da war von Heimweh kaum mehr die Rede. Aber generell denke ich, dass man sich der Sache schon bewusst sein soll und muss, bevor man sich auf ein Jahr im Ausland einlässt. Dass es wohl kein Zucker-schlecken werden wird und ich mein Zuhause vermissen werde (und, ganz wichtig: vermissen darf!) war mir eigentlich schon im Vorfeld klar.

 Hast du wirklich keinen Alkohol getrunken?

Nein, wirklich nicht. Das Risiko, erwischt zu werden und meine Stipendiengelder in den Sand zu setzen war mir einfach zu groß. Partys, von denen ich wusste, dass dort getrunken wird, habe ich bewusst gemieden. Meine Freunde waren da auch sehr verständnisvoll - und ob ihrs glaubt oder nicht, auch ich kann ohne Alkohol Spaß haben ;-)

Rennen die da wirklich alle mit Waffen rum?

 Auch auf diese Frage ein ganz klares Nein, zumindest was den Norden von Virginia angeht. Wie die Waffengesetze sind, ist mir bewusst, aber trotzdem kann ich mich nicht daran erinnern, jemanden mit offen getragener Waffe gesehen zu haben. Außer vielleicht Polizisten oder so, aber um die geht es hier ja nicht.

Hättest du im Vorfeld gewusst, wie es gewesen ist, würdest du es wieder machen?

Würde ich, auf alle Fälle! Das sind Erfahrungen, die mir keiner mehr nehmen kann und mein Auslandsjahr hat mein Leben und auch meine Persönlichkeit in vielerlei Hinsicht bereichert.


Mittwoch, 17. Juni 2015

Flaschenpost zur anderen Seite des Ozeans

Ihr Lieben,

lange habe ich mich nicht gemeldet - und dafür entschuldige ich mich. Die letzten Tage, Wochen und Monate sind wie im Flug an mir vorbeigezogen. Kaum blinzle ich und es sind schon wieder einige Stunden vergangen. Mein Auslandsjahr neigt sich dem Ende zu, in weniger als einer Woche wird das Lebenskapitel Virginia abgeschlossen sein. Es geht zurück nach Deutschland, zurück zu Kühen und Traktoren, zurück zu meinen Freunden, zurück zu meiner Familie, zurück nach Hause.

Mein Jahr im Land der unbegrenzten Möglichkeiten war aufregend, herausfordernd und vollgepackt mit Veränderungen. Viele Menschen fürchten Veränderungen, schrecken vor ihnen zurück und versuchen, ihnen zu entgehen. Denn Veränderungen bedeuten, aus dem gewohnten Umwelt gerissen zu werden und vielleicht auch mal ins kalte Wasser zu tauchen. Aber wer sagt, dass das was Schlechtes sein muss? Man kann versuchen, Veränderungen zu entgehen oder aber man beweist Mut und stellt sich ihnen. Veränderungen haben meine Augen geöffnet und mich meine Umwelt und Menschen besser verstehen lassen. Wenn ich etwas in meinem Auslandsjahr gelernt habe, dann, dass jeder seine eigene Geschichte schreibt, seine eigene Vergangenheit besitzt - auf die Umwelt und Umfeld weitaus beeinträchtigender einwirken als es auf den ersten Blick scheint. 

Bevor ich auf mein Jahr als Ganzes zurück blicken möchte, wollte ich noch von Prom berichten. Prom war unser Abschlussball, typisch kitschig-amerikanisch, wie man es aus all den Filmen kennt. Es war spektakulärer als der Homecoming Ball im Oktober. Einer der grundlegenden Unterschiede war wohl, dass anders als beim Homecoming nur Upperclassmen, also 11 und 12-Klässler eingeladen wurden. Während beim Homecoming kurze Kleider getragen werden, sind hier bodenlange Kleider angesagt. Alles war etwas mehr formell, von der Musik über die Gaderobe bis hin zum Veranstaltungsort. Prom fand in einem Hotel statt (Homecoming war in der Schulturnhalle), das direkt neben dem Hafen des Flusses Potomac gelegen ist. Mit Ausblick auf das Wasser, Schokoladenbrunnen und Tanzfläche wurde die richtige Atmosphäre geschaffen. Ich bin mit einer Gruppe von Freunden gegangen. Weil wir uns Geld sparen wollten, haben wir uns bei Mary (lila Kleid) getroffen, und dort zu Abend gegessen und
Fotos gemacht. Danach ging es zum Ball, wo wir bis 12 reichlich getanzt, gelacht und Schokolade gegessen haben. Als Prom zu Ende war, fuhren wir zurück zu Mary, wo Pizzabrötchen, Capri Sonne (total witzig, hier Capri Sun mit ganz anderen Geschmacksrichtungen) und Just Dance auf uns gewartet haben. Ich bin mir nicht sicher, aber vielleicht war Prom besser als Homecoming, weil ich engere Freundschaften geschlossen habe? Obwohl ich sagen muss, dass bei der Musikwahl immer noch reichlich Luft nach oben war.  Aber beschweren will ich mich nicht, denn allem in allem war es ein sehr gelungener Abend, den ich so schnell ganz sicher nicht vergessen werde.


Wenn ich mein Jahr Revue passieren lasse, muss ich sagen, dass ich stolz auf mich bin. Stolz auf das, was ich erreicht habe. Ein Jahr von zu Hause weg zu sein ist nicht immer einfach, so aufregend und neu auch alles zu sein scheint. Ein Jahr von zu Hause weg zu sein bedeutet, sich selbst auf die Probe zu stellen. Es bedeutet, sich selbst kennen zu lernen. Es bedeutet zu schätzen wissen, was man hat und herausfinden, wer man sein möchte. Während und bevor meinem Austauschjahr haben mir viele mit auf den Weg gegeben, dass ich mich verändern werde. Ich war offen für Veränderungen, ich stehe Veränderungen nicht negativ entgegen. Dennoch würde ich behaupten, dass ich persönlich mich nicht verändert habe. Im Gegenteil, meine Wertorientierungen und Ziele haben sich nur stärker gefestigt. Sorry Papa, meinen nervigen, unerschöpflichen Optimismus scheinst du wohl nie loszuwerden. Und das ist gut so! (Ha, irgendwer mein Pur-Zitat erkannt?) Ich bin immer noch der Meinung, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert und Teil eines größeren Bildes darstellt. Selbst mein Humor macht immer noch keinen Sinn. Und last but not least, ich bin immer noch tollpatschig. Leider Gottes. Packt das Porzellan ein und holt die Plastiktellerchen raus. Ich hab mir wirklich Mühe gegeben dieses Jahr, aufgepasst wie noch nie - und heute morgen noch habe ich einen Bilderrahmen von der Wand gerissen, der meinem fantastischen Freudentanz nicht Stand halten konnte. Upps. Hat Gott sei Dank keiner gesehen und nichts ist kaputt. Puh.

Ein Jahr ist eine lange Zeit und obwohl ich diese Zeit genossen, ausgenutzt und geschätzt habe, freue ich mich darauf, zurück nach Hause zu kommen. Es ist traurig und etwas abrupt, wie ich mein amerikanisches Leben, das ich in den letzten 10 Monaten aufgebaut habe, verlassen werde. Viele Aspekte der Kultur, insbesondere die Höflich- und Gastfreundlichkeit, sowie wunderbare Menschen, die ich treffen durfte und nun glücklicherweise zu meinen Freunden zählen kann, werde ich sehr vermissen. Aber wie sagt man so schön, zu Hause ist es immer noch am Schönsten. Ich freu mich darauf, den Rest meines Lebens mit euch zu starten - und ich hoffe, dass ich in der Zukunft soviel wie möglich von diesem Planeten sehen werde.


Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf.

                                                                      - Oscar Wilde

Jede Reise, jede Wanderschaft ist ein Aufbruch zu neuen Ufern, ein Sprengen der Ketten, die uns an den Felsen des Alltäglichen und Gewohnten schmieden.

                                                                                        - Dr Carl Peter Fröhling

Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz. 

                                                                            - Hermann Löns

Vielen Dank an jeden einzelnen von euch, die ihr mich während meines Auslandsjahres unterstützt habt.  Ich hoffe, ihr wisst, dass all das ohne euch nicht möglich gewesen wäre und ich jeden positiven Gedanken zu schätzen weiß.





Bis Donnerstag!

Sonntag, 3. Mai 2015

Impressionen aus DC

Hallo ihr Lieben,

hier ein paar Fotos, die ich beim Cherry Blossom Festival anfang April in Washington DC geschossen habe. Es war fabelhaft, die ganze Stadt hat geblüht.

 
 

 
 
 
 
Während wir in Washington waren, haben wir auch das Denkmal vom zweiten Weltkrieg besucht:
 






 
 
Ich hoffe, euch geht es allen gut und dass ihr schön in den Mai getanzt seid! :-) Wir sehen uns ja bald im Juni wieder,
 
Alina

 

 

Sonntag, 12. April 2015

Softball

Da ich gerade schon dabei bin, schreibe ich gleich noch den zweiten Eintrag. Wie die Überschrift verlauten lässt, wird es sich in diesem Eintrag um Softball drehen. Hä? Was ist denn das?
Potomac Varsity Softball 2015
Die gleichen Gedanken hatte ich vor wenigen Monaten auch, als ich mich mit meiner Volleyballtrainerin über typisch amerikanisch und typisch deutsche Sportarten unterhalten habe. Softball ist mehr oder weniger die weibliche Version von Baseball. Wenige Unterschiede definieren die Sportart, das Pitching, also Werfen vom Ball, ist ''underhand'', das Infield kleiner und der Ball etwas größer - aber keineswegs ''soft'', wie tausende meiner blauen Flecken für sich sprechen können. Und weil ich nun mal eben in Amerika bin, habe ich beschlossen, eine typisch amerikanische Sportart auszuprobieren. Die Entscheidung hat sich definitiv gelohnt, es macht sehr viel Spaß, auch wenn ich von Zeit zu Zeit wegen der Regeln immer noch verwirrt bin. ''Wer nicht fragt, bleibt dumm'' wurde zu
Nummer 11!
 meinem neuen Lebensmotto - und langsam aber sicher werde ich mit den gefühlten tausenden Regeln vertraut. Bevor ich aber in dem Team aufgenommen wurde, musste ich bei den dreitägigen Try Outs mitmachen, wo die besten Spieler für die jeweiligen Teams rausgepickt wurden. Ehrlich gesagt hatte ich schon Bammel, dass ich es nicht ins Team schaffen würde. Ich meine, ich habe ja immerhin noch nie gespielt. Allerdings konnte ich überzeugen und habe es ins Varsity Team geschafft. Jeden Tag von halb 3 bis 5 habe ich Training und bis zu 4x die Woche ein Spiel. Meine Woche ist vollgepackt, worüber ich sehr dankbar bin. Weil ich es ins Varsity Team, also das''höchsten'' Team, geschafft habe, werden vor jedem Spiel die einzelnen Spieler mit Vor und Nachnamen ausgerufen, was in meinem Fall sehr lustig ist. Ich wusste gar nicht, dass es möglich ist, meinen Nachnamen französisch klingen zu lassen, aber ''Aline Liiiiedischä'' machts möglich. Danach wird die amerikanische Nationalhymne gespielt, was ich anfangs etwas seltsam fand, wobei ich mich aber jetzt mit der Zeit dran gewöhnt habe. Bei meinem ersten Spiel war ich super nervös, da ich gleich beim zweiten Inning zum Schlagen eingewechselt wurde. Meine Trainer und Mitspieler haben mir Mut zugesprochen und mit einem Zwinkern im Auge habe ich ''I'm going to hit this ball to Germany'' geantwortet, bevor ich aufs Feld gegangen bin. Und ich hab sogar getroffen!!! Zwar nicht bis nach Deutschland und ich war danach ''out'', weil der ''first base man'' vom gegnerischen Team den Ball in der Luft gefangen hat, aber beim ersten Spiel Kontakt zu machen ist nicht schlecht und das, obwohl ich echt super nervös war. Mittlerweile bin ich auch unter den 9 Startern beim Schlagen dabei, wo ich schon irgendwie stolz drauf bin, tudelu.

Bis demnächst ihr Lieben, zwei Einträge an einem Tag ist doch ganz ordentlich. Ich hoffe, euch geht's gut!

....aaaaaach, ein Teamfoto geht noch, diesmal in groß :)

Ich komm nie mehr, ich bin in Chicago!

...keine Angst wegen der Überschrift, ich wollte bloß kreativ sein und einen Song zitieren. Doch in diesem Eintrag dreht es sich tatsächlich um Chicago! An alle, die immernoch zweifeln: ich werde wieder kommen, in genau 73 Tagen, wie der Robin mir heute erzählt hat. Eiei, so lange ist das ja wirklich nicht mehr :) Kaum zu glauben, dass ich heute auf den Tag seit 8 Monaten schon hier bin.

Um zurück zum Thema zu kommen... Chicago! Etwas größer als Scheiden, flächenmäßig und von der Einwohnerzahl her denke ich auch, wobei ich mir da aber nicht so ganz sicher bin. Vielleicht etwas mehr. Wie dem auch sei, die Stadt im ''Midwest'' war unser Ziel für die Spring Break. Spring Break ist vergleichbar mit unseren Osterferien, obwohl sie bei mir nur eine Woche lang war und die Schule Ostermontag wieder anfing. Freitag in der Woche vor Ostern gab es Ferien, die Koffer waren 
Die Chicago Skyline mit Blick auf den Lake Michigan

schon gepackt. Abends hatte ich noch ein Softballspiel, was auch der Grund war, weshalb ich erst gegen 11 Uhr ins Bett gekommen bin... weniger als 6 Studen Schlaf habe ich aber gerne in Kauf genommen, denn es war ganz klar die Vorfreude, die überwiegt. Auch, wenn das bedeutet, morgens um 5 Uhr aufzustehen und 10 Stunden im Auto zu verbringen. So lange hat es gedauert, bis wir Indianapolis waren, wo wir einen Zwischenstopp bei einer alten Freundin meiner Gastmutter eingelegt haben. Eine Nacht und einen Eimer Chicken Wings später ging die Autofahrt weiter zu einer der größten Städte in den Staaten: Chicago. Dort haben wir insgesamt 3 Tage verbracht, die vollgepackt mit interessanten Dingen waren. Am ersten Tag sind wir zu dem Navy Pier gewandert, wo Kate und ich mit einem Riesenrad gefahren sind und Blick auf die ganze Stadt hatten. Am Navy Pier gibt es
Citydogs Menü
auch das bekannte Chicago Hot Dog zu kaufen, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen haben. Bei City Dogs konnte man Hot Dogs aus den verschiedensten Regionen der USA kaufen. Ich fand die Geschichte von dem Stand ganz niedlich. Die Besitzer, zwei Geschwister, haben spontan beschlossen, einen Roadtrip quer durch die Staaten zu machen. Dabei ist ihnen aufgefallen, dass sich auch die Hot Dogs von Region und Stadt unterscheiden, was sie sich als Idee für ihr Business rausgepickt haben - Citydogs! Danach sind wir ein bisschen am Lake Michigan spazieren gegangen und am Abend zurück zum Hotel. Schönheitsschlaf muss sein, denn ein neuer, vollgepackter Tag stand an. Am zweiten Tag haben wir eine Bus-Tour gemacht,
Lake Michigan, einer der ''5 great lakes''
wodurch es uns möglich war, die ganze Stadt und Geschichte kennenzulernen. Es war sehr kalt und windig. Es wurde schnell klar, woher die Stadt ihren Spitznamen ''the windy city'' her bekommen hat. Nach der Sightseeing Tour haben wir Deep Dish Pizza gegessen, die sehr typisch für Chicago ist. Leider habe ich davon kein Bild gemacht, ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wie ich es beschreiben soll. Quasi eine Mischung aus Pizza und Lasagne? Die Salami, Tomatensauße, Käse und Pilze waren nicht auf der Pizza, sondern schichtweise innendrin. Sehr lecker, obwohl ich sagen muss, dass ich meine Pizza flach und traditionell  lieber mag. Am allerliebsten natürlich aus dem Pizzaofen von dir, Onkel Stompi, wenn du das hier lesen solltest :)
Am letzten Tag sind wir zu dem Millenium Park gegangen, wo auch ''die große Bohne'', The Bean, steht. Eine Skulptur vom britischen Künstlers Anish Kapoor, die zwischen 2004 und 2006 gebaut wurde. Das Metall ist hochglanzpoliert und eine berühmte Touristenattraktion, verzerrte Selbstportraits sind ein Muss!
The Bean
 
Hier mein Foto, lächeln bitte!


Montag, 16. Februar 2015

10 Dinge, die ich in Amerika vermisse

Hallo ihr Lieben,

heute ist Rosenmontag, 6:30 Uhr - und ich sitze and meinem Laptop im Schlafanzug. Ich hoffe ganz, ganz fest, dass das nie mehr in meinem Leben passieren wird. Ein Jahr ohne Fösend ist irgendwie...traurig. Und weil ich gerade nichts besseres zu tun hab, dacht ich mir, ich erstell mal 'nen neuen Eintrag. Alleh hopp an euch, ich hoffe, ihr habt die Eisenbahnhalle im Griff!

10 Dinge, die ich in Amerika vermisse

1. Fastnacht. Nach meinem Intro erklärt sich das wohl von selbst, ohne Tanz und Feier in die Fastenzeit zu gehen ist nicht sehr freudebringend, wenn man dann noch aus der närrischsten Familie der ganzen Welt kommt, ist das ziemlich doof. Glas Familisch, Glas Familisch, hey hey! In dem Sinne, alleh Hopp! Genießt es, die fünfte Jahreszeit ist eben die Schönste im Jahr :-) Was mich zu meinem zweiten Punkt leidet, nämlich...

2. Die deutsche Art, zu feiern. Die Amerikaner feiern ein bisschen anders als wir. Das fängt bei Geburtstagen an und hört bei Neujahr auf. Damit meine ich nicht, dass die hier nichts trinken. Nicht, dass das zwingend sein muss oder so, aber bei uns ist die Stimmung einfach lockerer. Ich war am Wochenende bei ner Valentinstagparty eingeladen, die um 2 Uhr Mittags anfing. Keine Musik, keine Stimmung. Sowas fehlt mir doch schon sehr, Geburtstage hören hier auch immer so um spätestens 8 Uhr rum auf und ich habe hier für mich entschieden, dass ich an meinem Achtzehnten keinen Filmenachmittag machen möchte.

3. Meine Rolladen!!! Keine Ahnung, wie man das schreibt. Rullüssen. Ich weiß gar nicht, ob das ne amerikanische Sache ist, aber meine Gastfamilie hat so Jalousie-Dinger (wie man das schreibt weiß ich auch nicht; je ne parle pas francais) - und jeden Morgen gegen 7 Uhr lacht mir die Sonne fröhlich ins Gesicht. Oder lacht mich hämisch aus. Wie auch immer, ich mag doch bloß ausschlafen :(

4. Maggi. ''Oh Alina, you don't like eggs?'' fragte mich Kate heute morgen ganz ungläubig. Doch, schon. Aber Rührei ohne Maggi ist einfach eklig. Ich weiß nicht, da hängt der Saarländer raus.

5. Wurst. Gut, hier gibt es zwar Schinken, aber manchmal hab ich eben richtig Lust auf ein Brötchen mit Lyoner 1 oder Fleischkäse. Allgemein Brot mit Butter und Wurst wird hier als eher seltsam angesehen.Würstchen in der gewohnten Globus oder Steuer-Wagner Qualität sind auch selten anzutreffen. Die amerikanischen Würstchen schmecken einfach nicht so gut.

6. Brot. Nummer 6 vermisse ich wirklich sehr. In der Regel wird hier Weißbrot gegessen, aber für ein gutes Stück Roggenbrot würde ich manchmal alles geben. 

7. Sprudelwasser. Ich, der ja felsenfest behauptet von stillem Wasser Schluckauf zu bekommen, muss hier ohne meinen geliebten Sprudel auskommen. Der Devid hat mir zwar mal irgendwas mit Trockeneis (oder sowas in der Art?) erklärt, aber ich seh noch kommen, dass ich dann das Haus meiner Gastfamilie in die Luft sprenge. Virginia Alaaf.

8. Schokolade. Hier gibts zwar Hersheys, allerdings total teuer und mit einem guten Stückchen Milka nicht vergleichbar.

9. Bräuche und Traditionen. Dinge wie Koteletten broden und Weihnachtsmärkte fehlen mir schon. Auch Weihnachten daheim find ich schöner, in Deutschland ist alles weniger kommerzialiert und mehr konservativ, was ich bei einem religiösen Fest wie Weihnachten bevorzuge. Bei uns geht es auch mehr darum, Zeit mit der Familie zu verbringen statt die besten Geschenke zu geben. Viele Leute hier vergessen oftmals den Grund der Feierlichkeiten - oder zumindest kam es mir so vor.

10. Entzückende Persönchen. Namen werde ich an der Stelle keine nennen, da es sonst einfach zu lang werden würde. Aber du, der das hier gerade am lesen bist, kannst dich wahrscheinlich zu diesem Grüppchen dazu zählen. (Hallo auch an alle Fremden, schön, euch kennenzulernen!) Wenn ich eines in meinem Austauschjahr gelernt habe, dann, dass Dinge nur so gut sind wie die Leute, die bei einem sind. Home is where your heart is - und ich hab home im heart. Ich vermiss euch, bleibt, wie ihr seid!


So, das war dann meine persönliche, kleine Liste. Ich werde die Tage hier auch eine über die 10 Sachen erstellen, die ich vermissen werde, wenn ich nach Hause komme. Lasst es euch gut gehen und einen fröhlichen Rosenmontag wünsch ich euch! :-)

Alleh hopp, Scheiden steht kopp!




Sonntag, 8. Februar 2015

Happy birthday to me und Neues aus den Staaten.

Hallo meine lieben Leser,

Wider vieler Erwartungen konnte ich mich dann doch dazu aufraffen, wieder einmal etwas zu schreiben. Januar war ein langer Monat, sodass es natürlich auch viel zu berichten gibt! :-)

Aber bevor ich vom Januar anfange zu berichten, muss ich noch ein letztes Mal zurück ins Jahr 2014 rutschen, denn auch Neujahr habe ich in den USA verbracht.

Land der unbegrenzten Möglichkeiten oder doch eher unbegrenzt Luft nach oben?

Leider muss ich sagen, dass ich von Neujahr und Silvester sehr enttäuscht war. Mein Start ins neue Jahr war sehr spärlich, da Silvester hier so gut wie gar nicht gefeiert wird. Oder zumindest in meiner Gastfamilie, ich weiß nicht, wie das bei anderen aussieht. An Silvester sind Kate, PJ und ich nach Stafford zu Josh und Julia gefahren, um mit ihnen und ihrer Familie das neue Jahr zu feiern. Klingt so weit so gut, aber es war wirklich tote Hose. Die einen saßen im Wohnzimmer zum TV schauen, die anderen im Keller. Manche sind sogar am 31. um circa 9 Uhr ins Bett gegangen. Irgendwie bekam ich aber schon die Zeit rum und um kurz Mitternacht bin ich ganz gespannt zur Haustür gelaufen, woraufhin ich nur ein paar verwirrte Blicke geerntet habe. Als ich meinen Kopf ganz gebannt zur Tür rausgestreckt habe, wurde mir auch sofort klar, weshalb: Kein Feuerwerk, kein Gerede, keine Nachbarn auf der Straße. Nur der Dezemberwind, der mir eiskalt ins Gesicht geblasen hat. Die letzten Sekunden vor Neujahr haben wir im Fernsehen mitverfolgt, wie in New York der Ball fällt... und danach ging es ins Bett. Kein Küsschen links, küsschen rechts, kein Anstoßen - nicht einmal unter den Erwachsenen. Nun verstehe ich auch, weshalb meine Gastmutter mich fragend angeschaut hatte, als ich ihr erklärte, Silvester sei mein Lieblingsfeiertag im ganzen Jahr.

Auch, wenn der Start ins neue Jahr eher spärlich ablief, gibt es gute Neuigkeiten! Ich bin jetzt 17, hohoho. Das war dann auch die gute Botschaft, in weniger als einem Jahr bin ich volljährig, erwachsen, dazu bereit, die Welt zu retten!

Ich hoffe, dass alle, die das hier lesen, wissen, dass ich kein sehr ernst zu nehmendes Persönchen bin. Wenn nicht, wisst ihr es jetzt! Am Tag vor meinem Geburtstag, also am 8.1, war ich bei Emily zu einem ''early birthday dinner'' eingeladen. Dort hab ich einen wirklich schönen Abend verbracht, sogar mit Grompernzupp! Und dabei war das nicht mal abgesprochen :-)

An meinem Geburtstag selbst haben wir eigentlich nichts gemacht, Kate hatte einen Schwimmwettkampf, sodass ich mit ihr gefahren bin, um sie tatkräftig zu unterstützen und anzufeuern. Am Wochenende kamen Josh und Julia vorbei und wir haben Burger gegessen, also alles in allem ein gelungenes Wochenende!

Danke übrigens auch an die Theater AG für die tolle Geburtstagsüberraschung, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich mich gefreut habe. Wir sind abends um 11 Uhr vom Schwimmwettkampf heimgekommen und was seh ich? Ein kleines Paketchen hat seinen Weg zur Haustür gefunden, genau auf den Tag. Ihr seid die beste Truppe ever, ever, ever  - ich hoffe, das ist euch bewusst.

Ansonsten ging es im Januar eher träge vor sich hin, letzte Woche hatten wir wieder Mottotage und eine Spirit Week in der Schule. Grund dazu war unser Basketball Team, das sehr erfolgreich unterwegs ist. Am Montag war ''Murica Monday'', also blau, weiß und rot tragen.
 Dienstag war ''Tacky Tourist Tuesday'', verrückter Tourist. Da hab ich natürlich versucht, alle deutschen Stereotypen zu vertreten, wie man hier auf dem Bild von mir und Emily sehen kann. Weiße Tennissocken, die Sporthose zum Bauchnabel und das verkehrt herum angezogene T-Shirt eingefüllt. Die lila Regenjacke, denn wir deutschen sind ja immer auf den Regen vorbereitet. Mittwochs war Character Day, an dem ich persönlich aber nicht verkleidet zur Schule gegangen bin. Naja, bis auf meine Krümelmonsterschlappen, wobei die aber nicht wirklich alles Verkleidung zählen, oder?
Wie dem auch sei, Grund dafür war, dass am Vortag fast keiner verkleidet kam. Eine handvoll vielleicht, in meiner Matheklasse waren es von allen Leuten genau ich und die Lehrerin. Oder meine Lehrerin und ich, wie Robin mich jetzt verbessern würde. Der wohl leittragendere Grund war allerdings, dass ich einfach nichts habe oder habe zusammenstellen können. Ich meine, in Deutschland wäre ich ganz klar als Wilma gekommen. Oder Cindy aus Marzahn. Oder Antonia aus Tirol. Oder weiß der Geier was, aber die Möglichkeiten hab ich gar nicht. Weils die Hälfte der Leute nicht gibt und ich einfach zu wenig Sachen habe.
Düdüm. Also, weiter in der Woche. Am Donnerstag war ''Role Reversal Thursday'', Lehrer ziehen sich an, wie ihre Schüler und die Schüler ziehen sich an, wie ihre Lehrer. Der Tag war eher einfach, besonders für mich. Da sich meine Volleyballtrainerin und ich uns eh super gut verstehen, haben wir kurzerhand beschlossen, unsere ''Rollen zu tauschen''. Hier denkt sowieso fast jeder, dass wir uns ähnlich sehen und/oder verwandt sind. Was ich zwar nicht so ganz nachvollziehen kann, aber den Umständen entsprechend macht es schon Sinn. Ganz ohne rassistisch klingen zu wollen (!), aber die Kombination weiße Hautfarbe und braune, lockige Haare findet man an meiner Schule eher selten. Freitags war ein ''Blue-Out'', also die ganze Schule hat quasi etwas blaues angezogen. Manche kamen mit blauen Handabdrücken im Gesicht, andere waren simpler (wie ich) und haben einfach ein blaues ''Potomac Shirt'' angezogen. School Spirit wird hier in den Staaten groß geschrieben, jeder ist stolz auf die Schule, die er besucht. Zum Abschluss gab es eine Pep Rally, in der alle Sportarten, so also auch ich mit Indoor Track, vorgestellt wurden. Anschließend haben die Lehrer gegen die Schüler Basketball gespielt - und zu meiner Überraschung gewonnen. Hoch gewonnen. Und so ging die Woche dann zu Ende.... :-)

Gerade jetzt lieg ich in meinem Bett, mit einem warmen Tee und huste mir die Seele aus dem Leib. Ich bin wirklich mies erkältet und das, obwohl wir hier nicht einmal Winterwetter haben. Draußen sind etwa 5-10 Grad, von Schnee ist leider keine Spur. Ich bin offiziell neidisch auf euch dahinten in Deutschland, Schnee und Fastnacht ist, was ich jetzt brauche.

In dem Sinne, haltet euch munter und ein dreifaches Alleh hopp!